„2014 Horchposten/Postes d’écoute 1914 Annäherung und Feindberührung“

Klanginstallation zum deutsch-französischen Feindbild im Ersten Weltkrieg, Autorenproduktion von Andreas von Westphalen und Jochen Langner, Exzellenzprojekt des Goethe-Instituts Frankreich 2014, in Koproduktion mit dem Westdeutschen Rundfunk und dem Auswärtigen Amt

Hör- und Installationsansicht

Foto: Prisca Martaguet

Die begehbare Klanginstallation „2014 Horchposten/Postes d’écoute 1914“ bietet einen individuell erfahrbaren Erinnerungsraum zum Ersten Weltkrieg. Im Zentrum steht die Front zwischen Frankreich und Deutschland, wobei das Feindbild den roten Faden bildet. Das Ziel ist es, dem Hörer einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, indem er auch den Blickwinkel des ehemaligen Feindes einnehmen kann. Dadurch schafft die Installation einen erzählerischen Zugang zum Ersten Weltkrieg: ein dialogisches Erinnern, jenseits der typischen nationalen Blickwinkel.

Kritik 
Deutschlandradio zur Premiere in Paris, 03.10.2014:
„…technisch eine Meisterleistung, aber auch die künstlerisch radiophone Umsetzung ist beeindruckend. In diesem kahlen Raum entsteht emotionsreiches Kopfkino.“

Der Klangraum ist in fünf Zonen aufgeteilt: die französische und die deutsche Front, das französische und das deutsche Hinterland, sowie das Niemandsland zwischen den Kriegsgräben.
Der einzelne Hörer kann sich frei durch diese Topographie des Krieges bewegen und seinen persönlichen Parcours wählen.
Das akustische Material der Installation, bestehend aus Erlebnis- und Alltagsberichten der Soldaten und ihrer Angehörigen sowie aus Texten der Diskursebene des Krieges (Politik, Presse, Propaganda) wurde von 27 SchauspielerInnen beider Nationen eingesprochen, die sich auch jeweils gegenseitig übersetzten (jeweils auch in die Sprache des ehemaligen Feindes übersetzten.)
All diese Stimmen bilden einen akustischen Erinnerungsraum, in dessen Zentrum der heutige Mensch steht.

Die Klanginstallation wurde unter anderem an folgenden Orten präsentiert:

Lille, Paris, Metz, Toulouse, Lyon, Montpellier (als Teil des Festivals „Printemps des Comédiens“ 2015), Saarbrücken (Staatstheater Saarbrücken, Spielzeit 2015/16) und Berlin.

 

 

Hör- und Installationsansicht

Foto: Prisca Martaguet

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